Von hinten sieht man die Reporter*innen Louis (links) und Ann-Marit (rechts) direkt am Basketballfeld sitzend. Sie tragen beide ein Headset und ein weißes T-Shirt mit der Aufschrift "Blindenreportage / Live-Audiodeskription" und dem Logo von T_OHR. Im Hintergrund sieht man leicht unscharf das Basketballfeld, auf dem eine deutsche Spielerin (in schwarz), eine spanische Spielerin (in weiß) und ein Schiedsrichter (in grau) stehen.

Vom 4. bis zum 13. September fand in Berlin der FIBA Basketball Women’s World Cup 2026 statt und das Turnier war in jeder Hinsicht historisch. Nicht nur stellte es mit 236.015 Besucher*innen einen neuen Ticketrekord auf, zum ersten Mal wurde das Turnier auch mit Live-Audiodeskription für blinde und sehbehinderte Fans erlebbar gemacht.

Von Malis Sensationssieg gegen Spanien bis hin zu den stimmungsvollen Auftritten des DBB-Teams begleiteten wir 24 Spiele mit 31 Reportagen – davon sieben auf Englisch. Damit stehen nach zehn intensiven Turniertagen in der Berlin Arena und der Max-Schmeling-Halle über 54 Stunden Live-Audiodeskription zu Buche. Gerade der rege Austausch mit unseren Zuhörenden nach den Reportagen war für uns besonders wertvoll und hilft uns, die Live-Audiodeskription auf die Bedürfnisse der Zielgruppe auszurichten.

„Die WM hat mir enorm viel Spaß gemacht. Ich habe seit November die Situation, fast gar nichts mehr zu sehen und mich dann schon gefragt, wie ich das bei dem Turnier mache. Als ich dann erfahren habe, dass es Audiodeskription gibt, hat mich das sehr gefreut“, erzählt uns Zuhörer Sascha, der selbst seit Jahren Stammgast bei den MHP Riesen Ludwigsburg ist.

Der Basketballfan führt aus: „Die Reporter schaffen es extrem gut, das Spiel so zu beschreiben, dass ich es mir bildlich vorstellen und live dabei sein kann. Das ist ein Erlebnis, das ich nicht vergessen werde und die Reporter haben einen großen Anteil daran, mir das so zugänglich zu machen.“

Die Resonanz der Basketball-WM ist für uns eine große Motivation, die Live-Audiodeskription im deutschen Basketball weiter zu etablieren. Neben der WM konnten wir bereits das NBA Berlin Game, das BBL Top Four und die Heimspiele der MHP Riesen Ludwigsburg inklusiv gestalten. Nun hoffen wir, dass sich immer mehr Klubs und Veranstaltungen auf den Weg zu mehr Teilhabe machen. Künftig sollen sollen sich blinde und sehbehinderte Basketballfans nicht mehr fragen müssen, ob sie teilhaben können, sondern ob sie teilhaben wollen.